Wirtschaftsgeschichte & Persönlichkeiten

Funde aus der Bronze-, Römer- und Slawenzeit belegen die frühe Besiedelung des Triestingtals. Handwerk hatte immer schon einen großen Stellenwert in der Region und bereits im Mittelalter nutzten Mühlen und Schmieden die Wasserkraft der Triesting.

Ende des 19. Jahrhunderts erlebte das Tal einen großen Aufschwung – große Ideen und große Persönlichkeiten trafen hier auf "fruchtbaren Boden" für ihre Vorhaben und bewirkten einen Industrialisierungschub. Durch den Bau der Leobersdorfer Bahn kamen auch immer mehr Sommerfrischegäste. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts prägte eine Mischung aus Tourismus und Industrie das Tal.

Persönlichkeiten (Auswahl)

Arthur Krupp 1856 – 1938: Geboren in Wien, gestorben in Berndorf, ist er bekannt als „der österreichische Krupp“. Im Alter von 23 Jahren übernahm er das väterliche Unternehmen, das aus dem silberähnlichen Material Alpacca relativ günstiges Besteck erzeugte, dessen Qualität auch Kaiserin Sisi zu schätzen wusste. Durch seine weltweiten Geschäftsbeziehungen war er sehr viel im Ausland unterwegs und lernte die Welt kennen. Sein Name ist untrennbar mit dem Stadtbild von Berndorf verbunden. Sein Leben und Wirken war getragen vom Motto Arbeit, Bildung und Friede. Er bot den Berndorfern nicht nur Arbeit, sondern kümmerte sich auch um die Infrastruktur der wachsenden Stadt. So entstanden unter seiner Federführung Arbeitersiedlungen, ein Arbeitertheater sowie die berühmten Berndorfer Stilklassen.

Ferdinand Raimund 1790 – 1836: 1830 zog sich der sich der österreichische Dramatiker ins Piestingtal zurück. Als Raimund von einem von ihm fälschlicherweise für tollwütig gehaltenen Hund gebissen wurde, wollte er sich Ende August 1836 das Leben nehmen. Einige Tage später, am 5. September 1836, verstarb Ferdinand Raimund in Pottenstein. Zu seinen wichtigen Werken zählen unter anderem „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“, „Der Verschwender“, „Der Barometermacher auf der Zauberinsel“ oder der „Der Diamant des Geisterkönigs“.

Jeannie Ebner 1918 – 2004: Die mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnete Schriftstellerin verbrachte regelmäßig ihre Sommerfrische in Weissenbach. Zu ihren bekanntesten Werken aus Lyrik und Prosa zählen „Gesang an das Heute“, „Die Wildnis früher Sommer“, „Erfrorene Rosen“, „Drei Flötentöne“ oder „Flucht und Wanderwege“. Zu ihren bekanntesten Übersetzungen zählt „Die Möwe Jonathan“ von Richard Bach.

Petar Preradovic 1818 – 1872: Der altösterreichische Offizier und Schriftsteller verfasste seine Werke auf Deutsch und Kroatisch. Der Großvater von Paula von Preradovic, der Verfasserin der österreichischen Bundeshymne, starb in Fahrafeld, im Alter von 54 Jahren.

Simon Graf Wimpffen 1867 – 1925: Simon Graf Wimpffen lebte zeitweilig in Fahrafeld und gründete 1892 den Kurbetrieb in Neuhaus bei Weissenbach an der Triesting mit drei großen Hotels, dreißig luxuriös eingerichteten Villen sowie einer Rollschuhhalle. Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges scheiterte das Unternehmen allerdings.

Theodor Eduard Suess 1894 – : Unter der technischen Leitung von Theodor Eduard Suess und Otwin Cuscoleca wurde 1952 das Linz-Donawitz-Verfahren erfunden. Mit dem LD-Verfahren werden heute rund 60 Prozent der Weltrohstahlproduktion hergestellt. Der Erfinder Theodor Eduard Suess wurde 1894 in Weissenbach geboren.