Wald und Klimawandel

Veröffentlichungsdatum31.05.2026Lesedauer2 MinutenKategorienStartseitennews
Waldexkursion mit Kohlross

Am 30.5. fand in Enzesfeld-Lindabrunn eine spannende Waldexkursion mit Dr. Herbert Kohlross im Rahmen des Forschungsprojektes Kulturerbe Wald statt. Konkret ging es um aktuelle Herausforderungen und Strategien für die Forstwirtschaft angesichts der klimatischen Veränderungen. Anschaulich wurde vermittelt wie durch Naturverjüngung und gezielte Förderung unterschiedlicher Laubbaumarten ein robuster Mischwald entstehen kann. Ebenso wurde vermittelt wie durch nachhaltige Forstwirtschaft wirtschaftliche Holznutzung und Ökologie im Einklang stehen können, denn der Wald ist Wirtschaftsgrundlage für seine Besitzer.

Kulturhistorisch betrachtet ist der Großteil des österreichischen Waldes in permanenter Veränderung. Viele besuchte Standorte der Exkursion waren einst Weiden und wurden erst mit der Stallhaltung im 18. Jahrhundert  zu Schwarzföhrenwäldern, denn das Harz war begehrt. Mit dem Wegfall der Harzgewinnung und Streunutzung in den 1960er Jahren unterlag der Wald wieder einer großen Veränderung. Die Streu blieb im Wald zurück, brachte Nährstoffe in den Boden und förderte das Aufkommen heimischer Sträucher und Laubbäume, diese wurden zu Konkurrenten der Schwarzföhren als Lichtkeimer. Seit einigen Jahren sind die für die Region typischen Schwarzföhrenwälder aufgrund des Kieferntriebsterben massiv unter Druck, viele Bäume müssen gerschlägert werden, doch die nächste Waldgeneration ist bereits da und nimmt diesen Platz ein. 

Besonders faszinierend bei der Exkursion auf den Pfarrkogel war, dass auch die durch Krankheiten gefährdetet Baumarten aufgrund genetischer Unterschiede nicht überall gleich stark betroffen sind. Da auch Baumarten wie die Buche bei steigenden Temperaturen Stress bekommen könnten, wird hier bewusst auf den Mischwald gesetzt, besonders knorrige Exemplare von Eiche, Elsbeere oder Kirsche bleiben als Samenspenderbäume solang als möglich erhalten, kleine Feuchtbiotope werden gefördert um Wasser zurückzuhalten, forstwirtschaftliche Eingriffe auch mit dem Harvester erfolgen so schonend wie möglich. Herbert Kohlross zeigte den Teilnehmenden an unterschiedlichen Stellen, wie durch genetische Vielfalt, Naturverjüngung und gezielte Auswahl von Bäumen im Bestand eine positive Waldentwicklung gefördert werden kann. Diese Exkursion hat allen die Augen dafür öffnet, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen, einzelne Standorte kennenzulernen und darauf zu vertrauen, dass uns der Wald von selbst zeigt, wie er sich weiterentwickeln kann.

Eine Wiederholung dieser Exkursion findet am 5.9. 2026 von 9:00-13:00 statt.


Exkursionsgruppe

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